Die „schwarze Zunft“


Die Freunde des traditionsreichen Schwarzpulver-Schießens kommen bei uns ebenfalls auf ihre Kosten. Zwei Disziplinen werden in diesem Bereich angeboten. Sowohl mit der Perkussions-Pistole als auch mit dem Perkussions-Revolver sind im Wettkampf 15 Schuss auf die Präzisionsscheibe in 25 Meter Entfernung abzugeben.

Hat man das erste oder zweite mal selbst eine solch altertümlich wirkende Waffe in der Hand gehabt, ist es schnell so weit: die faszinierende Welt des Schießens mit Schwarzpulver und Blei, die Verwendung antiker Waffen, wenngleich auch in Form moderner Kopien, lässt einen nicht mehr los. Das Schwarzpulverschießen ist beim Deutschen Schützenbund seit vielen Jahren mit verschiedenen Disziplinen vertreten. Jedes Jahr werden auch von verschiedenen Vereinen Schwarzpulver-Wettbewerbe durchgeführt. Bei all diesen Wettbewerben lebt die alte Schießkunst mit Pulver und Blei wieder auf und die unzähligen Möglichkeiten und Kombinationen von Waffen, Pulversorten und Geschossen bieten neben der sportlichen Konkurrenz einen nicht enden wollenden Gesprächsstoff für alle Beteiligten.

Interessant ist für viele die Erfahrung, dass das was sie vorher abgeschreckt hatte, nämlich die "Arbeit" gerade einen besonderen Reiz beim Schwarzpulverschießen ausmacht. Neben den verschiedenen Tips über Pulversorten, Zündhütchen, Mischungen für Geschoßblei, Geschoßpflaster, Geschoßfett und anderes werden auch alle möglichen Erkenntnisse über das richtige oder falsche Putzen sowie auch verschiedene historische Details über die Herkunft der verwendeten antiken Waffen ausgetauscht. Beim Schwarzpulverschießen kommt man also nebenbei in verstärktem Maße in Kontakt zu anderen Schützen, und es bietet sich schnell die Gelegenheit, neue Freunde kennenzulernen. Neben dem technischen und historischen Reiz bietet das Schwarzpulverschießen also auch ein erhöhtes Maß an menschlichen Miteinander und Geselligkeit.

Wer aber glaubt, das sei schon alles, und auf die Ergebnisse käme es nicht so sehr an, der täuscht sich. Die Ergebnisse, die bei den Deutschen Meisterschaften mit Schwarzpulver-Waffen erzielt werden, brauchen sich vor denjenigen mit modernen Waffen nicht zu verstecken. Der Deutsche Meister mit dem Perkussionsrevolver für das Jahr 1998 erzielte 143 Ringe, und das, obwohl beim Schwarzpulverschießen die angeschossenen Ringe nur dann "nach oben" gezählt werden, wenn die Mitte des Einschusses auf dem Ring liegt. Bei Schießwettbewerben mit der Perkussionspistole, bei denen erfahrene Schützen teilnehmen, werden gelegentlich "volle Ringzahlen" erreicht, was bedeutet, daß ein Schütze mit 5 Schüssen 50 Ringe erzielt. Perkussionspistolen gehören damit zu den präzisesten Schußwaffen überhaupt. Wer mit Vorderladern schießen will, muss mit Schwarzpulver umgehen. Jeder der dies tun will, benötigt die behördliche Erlaubnis in Form eines sogenannten "Pulverscheins".

   
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