Allgemein

Die Luftpistole ist in nahezu allen Schützenvereinen die am meisten geschossene Pistolendisziplin.
Sie ist ideal für Einsteiger, weil sie im Vergleich zu Feuerwaffen (Patronen mit Pulver) waffenrechtlich relativ unkompliziert ist. Die Pistole kann ohne behördliche Genehmigung ab 18 Jahren frei erworben werden. Die Munitionskosten liegen bei ca. 1 Cent pro Schuss.
Die Luftpistole ist ein hochpräzises Sportgerät, das viel Training und Disziplin erfordert. Die relativ geringe Geschossgeschwindigkeit (im Vergleich zu Feuerwaffen) macht sie zu einem schwer zu schießenden Sportgerät. Das macht sie auch für andere Disziplinen als Trainingspistole so wertvoll, weil sie kaum Fehler verzeiht und diese deutlich aufzeigt.
Wer mit der Luftpistole gute Ergebnisse erzielt, wird auch in anderen Pistolendisziplinen bestehen.
Nicht umsonst ist die Luftpistole seit 1988 olympische Disziplin!

Im Verein darf mit der Luftpistole ab 12 Jahren geschossen werden.
Die Luftpistole wird üblicherweise in geschlossenen Hallen geschossen und ist somit witterungsunabhängig.

Technik

Die heutigen Match-Luftpistolen haben mit den Knicklaufpistolen zum Hobbyschießen kaum mehr etwas gemeinsam.
Federgetriebene Exemplare werden im Wettkampfsport kaum mehr verwendet.
Vereinzelt wird noch CO2 oder vorkomprimierte Luft als Antrieb verwendet. Bei den meisten aktuellen Pistolen wird die „Kugel“ durch Pressluft, die in einer Kartusche unter dem Lauf gespeichet ist, mit ca. 80 bar abgeschossen und auf eine Geschwindigkeit von ca. 140-160 m/sec. beschleunigt.
Die Pistolen sind als Einzellader (ohne Magazin) ausgelegt und vielfach verstellbar in der Visierung, Giff, Abzug etc. und unterliegen den Vorschriften der Sportordnung des Deutschen Schützenbundes. Somit muss das Abzugsgewicht, das den Schuss auslöst, mindestens 500 g betragen. Je höher das Abzugsgewicht ist, umso schwieriger ist die ruhige Schussabgabe. Es darf nur eine „offene Visierung“ (Kimme-Korn) verwendet werden, Zielfernrohre oder ähnliches sind nicht erlaubt. Weitere Kriterien wie Gewicht, Visierlänge, Breite und Länge der Pistole regelt auch die Sportordnung.
Als Munition werden Diabolos im Kaliber 4,5 mm verwendet. Man unterscheidet zwischen preisgünstiger Hobby-Munition und der etwas teureren Match-Munition mit höchster Präzision.

Regeln

Die Disziplin Luftpistole wird mit einer Hand stehend freihändig geschossen.
Vor einigen Jahren wurde die Disziplin „aufgelegt“ eingeführt, sie ist allerdings erst für Schützen/innen ab dem 56. Lebensjahr zugelassen. Auch in dieser Disziplin kann man es bis zum Deutschen Meister bringen.

Bei allen Luftpistolendisziplinen beträgt die Entfernung zur Scheibe 10 m. Als Zielscheibe wird eine 10er-Ringscheibe verwendet, wobei die Zehn einen Durchmesser von 11,5 mm hat.

Beim Luftpistolen-Schießen handelt es sich um eine reine Präzisionsdisziplin. Das heißt, dass eine gewisse Anzahl von Schüssen in einer bestimmten Gesamtzeit auf eine feststehende Scheibe abgegeben werden.
Bei lokalen Wettkämpfen bis zu den Landesmeisterschaften werden 40 Schuss in 75 min. abgegeben. Bei den Männern werden ab der Deutschen Meisterschaft und bei internationalen Wettkämpfen 60 Schuss-Programme innerhalb von 105 min. geschossen. Vor dem Beginn des Wettkampfs können beliebig viele Probeschüsse abgegeben werden.

Das Pistolenschießen setzt sich aus folgenden Einheiten zusammen:
1. Anschlag
2. Atmung
3. Visierung (Zielen)
4. Abzug
5. Nachhalten

Anforderungen

Alle diese Punkte erfordern ein harmonisches Zusammenspiel und nur die perfekte Ausführung aller dieser Punkte garantiert eine hohe Trefferquote.
Eine allgemeine körperliche und eine spezifische Kondition der Feinmotorik, gepaart mit einer überdurchschnittlich hohen Konzentrationsfähigkeit über einen längeren Zeitraum, zeichnen einen guten (Pistolen-)Schützen aus!

 

   
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